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Alberto Venzago arbeitete in den 80er Jahren als Fotojournalist im westafrikanischen Benin. Als der Bruder des ehemaligen Heidelberger Generalmusikdirektors Mario Venzago mit seinem Fahrzeug dort eine Panne hat, trifft er auf einen Mann mit Namen Mahounon, einen der mächtigsten Voodoo Priester Afrikas. Es war der Anfang zu einem Film, der aus zuletzt 100 Stunden Material entstand, dabei nach fünf Jahren erste Strukturen gewann und nach weiteren fünf Jahren fertig wurde: „Voodoo-Mounted by the Gods“. Das Wort „Voodoo“ bedeutet Gott als etwas, das man nicht ergründen kann, meint, dass die Natur von Geistern beseelt ist, die durch Opfer gnädig gestimmt werden müssen. Dann bietet diese Schutz und erklärt Unglück, Krankheit und Tod. Voodoo ist intensiv gelebte religiöse Praxis, sehr verbreitet in Süd- und Mittelamerika bis zum Süden der Vereinigten Staaten, sein Zentrum ist aber Benin. Der kollektive Schrecken, der als Erfahrung Voodoo zugrunde liegt, ist die der Sklaverei. Dementsprechend beginnt der Film beginnt mit einem apokalytischen Szenario, ein Chamäleon kriecht über ein Knochenfeld, eine Stimme aus dem Off erzählt wie die Menschen verzweifeln, Voodoo ist die Rettung.

Mahounon wurde von Venzago begleitet, langsam gewann man einander Vertrauen. Schließlich gestattete der spirituelle Führer des Mawou Lissa Klosters, die geheimen Zeremonien mit der Kamera aufzunehmen, die Tänze in Trance, die Tieropfer, die Initiationsriten. Der Priester suchte einen Nachfolger, er spürte seine Zeit ist bald vorbei und starb noch während der Dreharbeiten. Nun lag es an dem noch sehr jungen Gounon, ausgewählt nach harten Prüfungen, an seine Positon zu treten.

Doch „Voodoo-Mounted by the Gods“ ist mitnichten ein Dokumentarfilm, er erklärt nichts, sondern entfaltet einen Bilderrausch in schwarzweiß und Farbe, von ungemein großer suggestiver Kraft und ekstatischer Bewegung. Der Zuschauer verbleibt den Zeremonien nicht äußerlich, er wird mithineingezogen. Als quasi Beteiligter erliegt der Faszination des Voodoo, scheint seinen Geist zu spüren. Sein fotografisches Talent konnte dabei Alberto Venzago voll ausspielen, ihm gelangen Einstellungen und Szenen von mysteriöser Schönheit, der ungemein dichte und rhythmische Soundtrack, geschrieben von Jochen Schmidt-Hambrock, tut ein Übriges. Es ist so, als ob die Götter des Vodoo sich Alberto Venzago als Medium bedient haben, um sich durch ihn zu offenbahren.


Franz Schneider

Filmtext

Voodoo - mounted by the gods von Alberto Venzago
Voodoo - mounted by the gods von Alberto Venzago


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