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Filmtext

Kino gemeinsam erleben und sich darüber austauschen
Das Heidelberger Karlstorkino feiert das 5-jährige Jubiläum seiner Reihe „Film und Wein“
Kino gemeinsam erleben und sich darüber austauschenMit zwei kürzeren Filmen des früh verstorbenen Jean Vigo sowie Michael Powells lange verfemtem Skandalfilm „Peeping Tom“ nahm die Veranstaltungsreihe „Film und Wein“ des Karlstorkinos im Herbst 2011 ihren prägnanten Anfang. Seither sind fünf Jahre vergangen und über fünfzig Filme gelaufen, die von Vorträgen, regen Diskussionen und nicht zuletzt von geselligem Beisammensein bei einem Glas Wein gerahmt wurden.
Der markante Auftakt war dann auch programmatisch für die facettenreiche Filmauswahl, die gleichermaßen Klassiker und Raritäten, Unbekanntes oder Vergessenes umfasst und dabei sowohl in die Filmgeschichte eintaucht als auch in die Kinematographien verschiedener Länder. Dass die filmische Neugier in diesem Zusammenhang auch vor solidem Genre-Kino nicht Halt macht und also beispielsweise Italowestern und kunstvolle Horrorfilme, Komödien und (politische) Action-Thriller gleichberechtigt neben Autorenfilmen von Antonioni, Bresson, Bergman oder Kaurismäki stehen, versteht sich von selbst. Schließlich ist jeweils an einem Freitagabend im Monat das cinephile Publikum aufgefordert, selbst seinen jeweils ausgewählten „Überraschungsfilm“ zu präsentieren.
Die „Zuschauer zu aktivieren“, die Mitglieder des Medienforums (für die im Übrigen der Eintritt frei ist) stärker einzubinden und darüber hinaus neue Mitglieder respektive Mitstreiter zu gewinnen, waren die Motive der von Medienpädagoge Norbert Ahlers angestoßenen Initiative. „Konvivialität“ nennt das wiederum Renate Karst-Matausch vom Medienforum, die – anfangs noch zusammen mit dem ehemaligen Vereinsvorsitzenden Jo-Hannes Bauer – das Programm in Absprache mit den jeweiligen Referenten organisiert und die Abende moderiert. Und damit meint die engagierte Cineastin vor allem: „Kino gemeinsam erleben und sich über das Erlebte im freien Dialog austauschen“. Karst-Matausch beruft sich dabei auf den Filmkritiker Michael Althen, von dem das Wort stammt: „Das Schönste am Kino ist, über das Kino zu reden.“
Die ziemlich einmalige Veranstaltungsreihe ist mittlerweile jedenfalls gut etabliert und besitzt durch ihre wiederkehrenden Gäste fast schon einen familiären Charakter. Das wird hoffentlich auch am nächsten „Abend mit filmischen und kulinarischen Köstlichkeiten“ wieder so sein. Dann nämlich feiert „Film und Wein“ ein kleines Jubiläum und präsentiert, passend zum Monatsschwerpunkt „Cinema! Italia!“, ein mit Sophia Loren und Marcello Mastroianni sehr prominent besetztes italienisches Filmdrama aus den 1970er Jahren.
Wolfgang Nierlin

Erschienen am 9.11.2016 in der Rhein-Neckar-Zeitung.
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