Bitte beachten: Für die Teilnahme am Workshop-Programm ist eine vorherige Anmeldung sowie der Kauf eines Festivalpasses mit Workshop erforderlich. Die Teilnehmerzahlen sind begrenzt.
ab
12:00 Workshop-Programm
17:00 Endhirsch Super Supper
Praktischer KI-Workshop: Von der Idee zum fertigen Shot – wir drehen, experimentieren und verwandeln mit KI-Tools
Daniel Morawek | Van Scoter Film | 12:00 – 17:00 Uhr | Treffpunkt Karlstorkino
KI demokratisiert den Zugang zu großen Effekten und eröffnet neue kreative Möglichkeiten: Was früher teure Ausrüstung und jahrelange Erfahrung erforderte, ist heute für jeden erreichbar. In diesem praxisorientierten Workshop drehen wir gemeinsam einfache Szenen – alltägliche Aufnahmen, wie sie jeder mit Smartphone oder Kamera machen kann – und verwandeln sie mit KI-gestützten Effekten in etwas Außergewöhnliches.
Dabei lernen die Teilnehmer:innen zwei zentrale Techniken kennen: KI-generierte Effekte in echten Aufnahmen: Wie lasse ich einen Außerirdischen durch ein Wohnzimmer laufen, erwecke eine Jacke zum Leben oder öffne ein Portal in der Küchenwand? Wir experimentieren mit aktuellen KI-Tools, um eigene Aufnahmen mit Effekten zu erweitern, die früher nur großen Produktionen vorbehalten waren.
KI-Motion-Control: Mit Körperbewegungen oder einfachen Eingaben steuern wir digitale Charaktere und Animationen in Echtzeit. So entstehen lebendige Figuren und dynamische Effekte – intuitiv und ohne komplizierte Software-Kenntnisse. Der Workshop richtet sich an alle, die ihre kreativen Ideen umsetzen wollen, ohne auf großes Budget oder jahrelange Erfahrung angewiesen zu sein. Wir arbeiten mit den neuesten verfügbaren Tools und zeigen, was heute schon möglich ist – und wohin die Reise geht.
Bio
Daniel Morawek, Jahrgang 81, drehte vor 25 Jahren seine ersten Gangsterfilme mit Schulfreunden und einem Camcorder. Seitdem: ein Stapel Romane, hin und wieder Drehbücher („Mannheim – Der Film"), ein paar YouTube-Filme vorm Greenscreen und eine ungebrochene Faszination für Technik-Kram. Mac-Nutzer seit 1985, Photoshop seit 1995, KI seit gestern – und damit schließt sich endlich der Kreis: Sein Traum war immer, Indie-Filme mit Freunden im eigenen Wohnzimmer zu produzieren. Jetzt zeigt er, was mittlerweile möglich ist.
Dramaturgie-Workshop: Wird das ein Film – oder kann das weg?
Marc-Andreas Bochert | 12:00 – 17:00 Uhr | Treffpunkt Karlstorkino
Wie man aus (fast) jeder Idee ein gutes Drehbuch machen kann (das auch umsetzbar ist).
Gute Ideen hat jeder – aber welche tragen wirklich einen Film? Und wie wird aus einem vagen Einfall ein starkes, erzählbares Drehbuch? In diesem fünfstündigen Workshop geht es genau darum: Dramaturgie nicht als Theorie-Monster, sondern als praktisches Werkzeug, das euch hilft, eure Stoffe auf den Punkt zu bringen.
Gemeinsam schauen wir uns an, was eine Idee „filmisch“ macht, wie Figuren funktionieren, warum Konflikt alles ist – und wie man typische Schwächen schon früh erkennt (bevor sie im Dreh richtig teuer werden). Dabei geht es nicht um starre Regeln, sondern um konkrete Strategien, mit denen ihr eure eigenen Projekte weiterentwickeln könnt.
Im praktischen Teil wird’s dann ernst: Ausgewählte, vorab eingereichte Pitches (max. 3 Seiten) können gemeinsam besprochen werden.
Diese müssen spätestens drei Tage vorher geschickt werden. Ihr bekommt ehrliches, konstruktives Feedback – und seht gleichzeitig, wie unterschiedlich Stoffe gedacht, hinterfragt und verbessert werden können.
Bio
Marc-Andreas Bochert ist der Oscarflüsterer des deutschen Fernsehens. Student der legendären HFF Potsdam-Babelsberg, wo er mit „Kleingeld" nicht nur den Studenten-Oscar gewann, sondern gleich auch für den richtigen nominiert wurde – seitdem macht er Filme, die so tun, als wären sie Fernsehen, aber heimlich Kino sind. Seine Arbeiten „Empathie", „Inklusion" und „Die Schöne und das Biest" beweisen, dass man auch im deutschen TV-Mainstream subversiv sein kann, ohne dass es jemand merkt. Prägte die „Krüger"-Reihe als Autor-Regisseur-Doppelpack, inszenierte „Löwenzahn" und „Anja und Anton", und arbeitet grundsätzlich mit denselben Co-Autor:innen – aus Loyalität oder Bequemlichkeit, das weiß niemand so genau. Heute Script-Consultant und freischaffender Filmemacher in Berlin, Jahrgang 1971, geboren in Hildesheim, was ihn automatisch zum norddeutschen Gewissen der Babelsberger Schule macht.
Filmmusik & Scoring: Musik verleiht Bildern Emotion, verstärkt Spannung und lässt Geschichten erst richtig lebendig werden
Stephan Willing | 12:00 – 14:00 Uhr | Karlstorkino, Kinosaal
Wie findet man den passenden Sound für den eigenen Film? Wann soll Musik einsetzen, wann schweigen? Und wie arbeitet man mit Komponisten zusammen oder wählt die richtige Archivmusik aus? In diesem praxisnahen Workshop tauchen Nachwuchsfilmemacher:innen in die Welt des Film-Scorings ein. Gemeinsam erarbeiten wir die Grundlagen der musikalischen Gestaltung im Feinschnitt – von Spotting und Timing über dramaturgische Funktionen bis zur konkreten Umsetzung in der Postproduktion. Anhand von Kurzfilm-Beispielen zeigen wir, wie Bild und Ton zur Einheit verschmelzen und welche Werkzeuge euch dabei helfen.
Für: Regisseure, Editoren und alle, die ihre ersten Schritte im Bereich Filmmusik machen möchten
Ihr nehmt mit: Praktisches Handwerkszeug für die musikalische Gestaltung eurer Projekte – vom ersten Konzept bis zum fertigen Score.
Bio
Stephan Willing komponiert seit 2011 Filmmusik für nationale und internationale Produktionen – von romantischen Komödien wie „Hans im Pech" über Dramen wie „Andromeda" bis zum Psycho-Thriller „Calvin Fragmenti". Er nahm Scores in den Warner Brothers Studios L.A. auf, gewann bei Filmquest den Preis für Beste Filmmusik und arbeitete mit Orchestern in Mazedonien sowie Jazz-Combos im Residenz Theater München. Seine musikalische Bandbreite aus Pop, Jazz und Klassik prägt seinen vielseitigen Approach zum Film-Scoring. Neben Spielfilmen komponiert er auch für Werbung (Mercedes Benz, Audi) und Dokumentarfilme.
Filmtheorie Workshop: Die Kunst der Mühelosigkeit: Raoul Walsh und das klassische Hollywood-Kino
Rainer Knepperges | 15:00 – 17:00 Uhr | Karlstorkino, Kinosaal
Raoul Walsh drehte in Hollywood 200 Filme in 50 Jahren, vor allem Gangsterfilme und Western, aber alles andere auch. Immer wieder darunter: höchst ungewöhnliche Meisterwerke. Seine Freundlichkeit machte ihn zu einem untypischen, durchweg beliebten Regisseur. Der irische New Yorker nannte sich Raoul und gab sich wohl Mühe, vollkommen mühelos zu wirken, doch seine Lässigkeit erstrahlt im Innersten seiner Filme.
Schwer zu sagen, was ihm mehr lag, spektakuläre Action oder bezaubernde Intimität. Der Workshop erläutert einige Tricks, mit denen es Walsh gelang, das Schwierigste ganz einfach aussehen zu lassen, und das Einfachste als großes Wunder erleben zu lassen. Seine Formel ist: das Monumentale und die Einsamkeit. In einem Wort: Amerika.
Bio
Der Filmregisseur, Buchautor, Schauspieler und Städteplaner Rainer Knepperges ist der Papst des deutschen Untergrundkinos. Herausgeber der Zeitschrift „Gdinetmao" und des gleichnamigen Buches (Maas Verlag, Berlin, 2000). Als Filmkritiker ist er gefürchtet – ob in Deutschlands auflagenschwächster Filmzeitung Sigi Götz Entertainment, im Filmfight des Bayerischen Fernsehens oder auf dem legendären Expertenblog newfilmkritik.de. Er war Juror des Großen Endhirsch 2009 und lebt seitdem in Köln.